Apple Watch 4 Test – Kein Sinnvolles Upgrade

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Es sind nun einige Wochen vergangen, seitdem Apple die neue Apple Watch 4 vorgestellt hat. Wir fragen uns, sind die neuen Features es wert, von der Apple Watch 3 auf die Apple Watch 4 Upzugraden. Besonders interessiert uns der neue Sturz-Erkennungs Assistent. Denn auf der Kill-Feature, den EKG Assistentin werden wir wohl noch sehr lange warten müssen. Auch heute, knapp sechs Wochen nach Veröffentlichung der Apple Watch 4 ist die EKG Funktion zwar in den USA bereits freigegeben worden aber noch nicht aktiviert. Warum das so ist und ob Nutzer der Apple Watch 3 zwingend auf die Apple Watch 4 updaten sollten klärt unsere Apple Watch 4 Test.

Design

Beginnen wir mal mit dem auffälligsten. Die Designsprache der Apple Watch 4 hat sich nicht geändert. Apple ist hier nicht mit der Brechstange ran-gegangen sondern hat an dem bekannten, rechteckigen Format, die feine Feile angesetzt. Die Ecken des Gehäuses und des Displays wirken abgerundeter als bei der Apple Watch 3. Der Rahmen des Displays ist noch schmaler geworden und rückt so dichter an den äußeren Rahmen heran. Außerdem ist sie dünner als die Vorgängerversion. In der Höhe ist sie von 11,4 auf 10,7 mm geschrumpft. Das dürfte aber niemanden wirklich auffallen.

Dafür ist sie insgesamt deutlich größer geworden. Die Kantenlängen haben sich um 2 mm verlängert. Die größte Apple Watch 4 misst nun 44mm, während die kleine Version auf 38mm kommen. Die Krone hat einen kleinen Motor bekommen und vermittelt nun ein haptisches Feedback, welches sich wie das klicken mechanischer Zahnräder anfühlt. Ist schon toll, wenn man sein Ohr an die Krone hält und diese dreht hat man beinahe das Gefühl das sich im inneren Zahnräder drehen. Die Displayfläche ist bei der kleineren Variante um 35% gewachsen. Bei der größeren Variante sind es immer noch 32% mehr Fläche im Vergleich zur Apple Watch 3. Wir können nun durch das deutlich größere Display und die schmaleren Ränder aufwendigere Zifferblätter verwenden die die ganze Fläche komplett ausfüllen. Apple setzt beim Display weiterhin auf eine OLED Technik. Die Farben sind toll Kontrast und Helligkeit sind sehr stark. Die maximale Leuchtstärke beträgt 1000 Nits und so bleibt die Apple Watch 4 auch weiterhin bei Tageslicht und strahlendem Sonnenschein sehr gut abzulesen.

Komm wir mal zu einem echten Ärgernis. Es gibt die Apple Watch, wie bisher, als günstige Variante mit Aluminiumgehäuse oder als teurere Variante mit Edelstahlgehäuse. Die Aluminium Version benutzt ein Display Glas welches ion-x Glas getauft wurde. Wieder so eine Eigenkreation vom Apple. Blöderweise ist dieses ion-x Glas, auch wenn Apple das ganze als gehärtetes Glas bezeichnet, anfällig für Kratzer. Nur die teurere, die Edelstahl Variante bietet Saphirglas welches dann tatsächlich sehr kratzresistent ist. Ich finde das sehr ärgerlich. Denn so eine Uhr kostet mindestens 430 €. Selbst die günstigsten Smartphones aus China, die im Bereich der €300 Klasse spielen nutzen mit Gorilla Glas ein Displayglas, welches deutlich widerstandsfähiger ist als dieses ion-x Glas. Besonders ärgerlich, die Edelstahl Variante ist nur noch der Apple Watch 4 mit eingebauten LTE Mobilfunkmodul vorbehalten. Das heißt, wer nicht mindestens 700 € für seine Uhr ausgibt erhält keinen Saphirglas und muss mit Kratzern im Display leben.

Statt einer LTPS-Platine steuert eine Moderne LTPU-Platine das Display der Apple Watch 4. Das macht für den User keinen Unterschied. Es konnte dadurch ein kleiner Akku verbaut werden, ohne das die Laufzeit der Apple Watch 4 abgenommen hat. Kleiner Akku bedeutet schmalere Uhr.

Die Apple Watch 4 ist weiterhin ISO zertifiziert, wasserdicht bis 50m. Das beinhaltet schwimmen oder tauchen. Ausdrücklich ausgenommen ist davon Sporttauchen oder schwimmen mit hoher Geschwindigkeit.

Die Apple Watch 4 reagiert unglaublich schnell und zügig auf Eingaben. Natürlich hat das mit dem neuen S4 Prozessor zu tun, der außerdem eine neue GPU bekommen hat. Auch der W3 Chip für die bessere Bluetooth-Verbindung tut sein übriges. Beide Modellvarianten, die kleinere sowie die größere verfügen über 16 GB Speicher. Bedenken muss man das davon natürlich noch das Betriebssystem abgezogen wird. Apples neue S4 Prozessor soll für einen deutlichen Geschwindigkeits – Boost sorgen. Doppelt so schnell soll der neue Prozessor, der Apple Watch 4 auf die Sprünge helfen. Im täglichen Gebrauch zeigt sich, dass die Uhr tatsächlih, unter bestimmten Bedingungen, sehr schnell reagiert. Die Apple Watch 3 benötigt ca 2 Minuten nach dem Einschalten, bis zur Betriebsbereitschaft. Bei der Apple Watch 4 sind es nur noch 50 Sekunden.




Siri funktioniert auf der Apple Watch 4 hervorragend. Einen großen Unterschied, zum Vorgänger, bemerkt man, wenn man die Uhr weiter entfernt vom Mund hält. Scheinbar wurden leistungsfähigere Mikrofone eingebaut und neu platziert. Laut Apple sollen die neuen Lautsprecher 50% mehr Lautstärke bieten als die der Apple Watch 3. Im täglichen Gebrauch ist davon allerdings nichts zu bemerken. Was aber auffällt, die Apple Watch 4 klingt etwas besser.

Die Akkulaufzeit hat sich bei der Apple Watch 4 nicht geändert. Apple verspricht weiter rund 18 Stunden und das kommt ungefähr hin. Das bedeutet aber auch, dass die Uhr in der Regel jeden Abend an die Ladestation angeschlossen werden muss.

Apple Watch 4 Test – EKG

Das Kill-Feature der Apple Watch 4 ist die EKG-Fähigkeit. Ich habe oben bereits darauf hingewiesen, dass es noch ewig dauern kann bis dies in Deutschland freigeschaltet wird. In den USA hat Apple die benötigte Freigabe durch die Behörde für Lebens und Arzneimittel bereits erhalten. Aber auch dort ist die Funktion noch nicht aktiviert. In anderen Ländern ist es deutlich komplizierter. Im schlimmsten Fall wird Apple diese Fähigkeit niemals Freischalten. Es ist möglich dass die Gesundheitsbehörden klinische Untersuchung oder Studien anfordern, in der die sichere Erkennung des Vorhofflimmerns untersucht wird. Durch Apple selbst durchgeführte Studien sind, selbstverständlich, nicht nutzbar. Apple müsste mindestens 60 Tage vor Beginn einer derartigen Studie die zuständigen Ämter informieren. Die Behörde hat daraufhin 60 Tage Zeit die Studie zu genehmigen je nach Ausmaß einer solche Studie kann der gesamte Prozess mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Es ist eine Sache wenn ein Fitnessarmband den Puls misst. Wir wissen alle wie gut uns sinnvoll das funktioniert. Etwas anderes aber wenn ein Konzern mit der Früherkennung medizinischer Notfälle wirbt. Früherkennung von Vorhofflimmern ist ein solcher Fall. Ich denke ein Lifestyle-Produkt wie eine Apple-Watch oder ein iPhone hat in solchen Bereichen nichts zu suchen. Deshalb ist es gut und richtig das Behörden dort sehr genau hinschauen.

Eine weitere Neuigkeit ist das Erkennen von stürzen. Der Gyroskop-Sensor und der Beschleunigungssensor sollen erkennen können, ob der Nutzer stürzt und länger als eine Minute liegen bleiben. Dann soll die Apple Watch 4, automatisch den hinterlegten Notfallkontakt sowie Rettungskräfte alarmieren. Das scheint auch nicht richtig zu funktionieren. Ich wollte jetzt nicht aus 10 Metern springen um es auszuprobieren. Ein Kollege der New York Times hat versucht, in einer Kletterwand, die Sturz Funktion auszulösen. Zum Schluss ist er 17 Fuß hoch gestiegen und hat sich fallen lassen. Nichts passiert. Übrigens ist diese Funktion bei Menschen unter 65 Jahren vom Werk aus nicht freigeschaltet. Man kann es manuell auf dem iPhone freischalten.

Alles in allem sind einige sinnvolle Verbesserung an der Apple Watch 4 zu bemerken. Ein zwingendes Upgrade von Apple Watch 3 auf die 4 ist allerdings nicht von Nöten. Auch weil die Apple Watch 3 derzeit für unter €300 zu erhalten ist. Ich habe das Gefühl, mit der Apple Watch 4 verhält es sich wie mit dem iphone ohne S. Das iphone 4,5,6, waren gut gemeinst aber nicht richtig zuende gedacht. Erst mit dem 4s, 5s, 6s wurden die Geräte nutzbar.

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